In unserer Reihe mit Interview von Startup-Gründern möchten wir diese selbst zu Wort kommen lassen: Was sind ihre Erfahrungen mit Innovation? Wie kommen die Ideen in die Welt? Und wie finanziert sich das überhaupt?

Heute: Albrecht Mangler, Marketingmanager von bilandia

Wer sind Sie?
Ich bin Albrecht Mangler und bin bei bilandia für das Online-Marketing, Social Media und die Konzeption von Verlagsmarketing Aktionen zuständig. Bei bilandia bin ich seit rund 4 Jahren – also von der ersten Idee bis heute. Davor habe ich Soziologie, Literatur- und Sprachwissenschaft studiert, auch mit starkem Bezug zum Internet: Meine Abschlussarbeit habe ich zum Beispiel zum Thema Internet und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft im Allgemeinen und Vetriebsmodelle im Besonderen geschrieben.

Was macht Ihr Startup?
bilandia | media ist Partner der Verlage für digitale Kommunikation. Als Agentur für Buchmarketing 2.0 inszenieren wir Bücher und Themen in den sozialen Netzwerken – von facebook bis Twitter – und bringen diese bei den Lesern ins Gespräch. Außerdem betreiben betreiben wir unter www.bilandia.de einen Online-Buchshop mit einer literaturaffinen Community für Leser, Autoren und Verlage. Hier wird präsentiert, kommentiert, gestöbert und verkauft. Darüber hinaus ist bilandia in literaturaffinen Zielgruppen in allen relevanten sozialen Netzwerken, wie facebook, Google+ und Twitter, vertreten. bilandia steht für ein Lese- und Unterhaltungserlebnis der Generation 2.0.

Seit wann existiert Ihr Startup?
Zum ersten Mal vorgestellt wurde bilandia als Closed-Beta zur Frankfurter Buchmesse 2008. Mit allen Funktionalitäten und voll verfügbar gibt es bilandia seit dem Frühjahr 2009.

Wie sind Sie auf die Idee zur Gründung gekommen?
Zwei Faktoren waren für die Gründung auschlaggebend: Zum einen die Liebe zu Büchern, den Geschichten, dem Wissen, Autoren, Verlagen und ihrer Tradition. Zum anderen der Antrieb, Bücher und ihre Inhalte im Internet neu zu begreifen bzw. zu fassen und zu inszenieren. Zudem arbeiteten wir Anfang 2008 als Team gemeinsam an verschiedenen Projekten, die sich mit Social Media und der Frage des digitalen Wandels in der Verlagsbranche beschäftigten. Aufgrund dieser Tätigkeiten wurden wir immer öfter von Verlagskollegen angesprochen. So entstand bilandia mit den beiden Standbeinen – der Online-Buchhandlung bilandia.de und der Agentur für Buchmarketing 2.0, bilandia | media.

Nutzen Sie Tools oder bestimmte Praktiken zur Ideenfindung?
Kreativität oder auch Inspiration ist aus meiner Sicht kein Prozess der im stillen Kämmerlein stattfindet, sondern von vielen Faktoren abhängig. Das richtige Team, das gemeinsam Ideen weiterentwickelt und auch rumspinnen kann, ist ein wichtiger Faktor. Genauso wichtig sind Neugier und Offenheit sowie der Austausch miteinander. Die besten Ideen entstehen deshalb im Gespräch – beim Mittagessen, im Meeting, beim Kickern nach Feierabend – Und: Was als Geistesblitz beginnt wird dann im Team in ein Konzept überführt zu dem im Idealfall jeder einen Teil beiträgt.

Wie verlief die Finanzierung?
Wie bereits erwähnt wurden die ersten Ideen parallel zu bereits bestehendem Projektgeschäft entwickelt. Im Aufbau der Plattform wurde bilandia vor allem durch private Finanzierung ermöglicht.

Was bedeutet für Sie Innovation?
Für mich bedeutet Innovation vor allem zwei Dinge: Netzwerk und Austausch. Zwar werden zündende Ideen oftmals einer Person zugeordnet, bei genauerem Hinsehen fällt dann aber oft auf, dass diese sich diese Personen an zentralen Schnittstellen in einem lebendigen Netzwerk befinden und so verschiedene Einflüsse gemeinsam mit anderen zu etwas Neuem formen.

Welche innovative Idee hat Sie am meisten beeindruckt – und warum?
Die Übertragung von Daten in Paketen, die dann nach ihrer Übertragung wieder zusammengesetzt werden. Die Basis des Internet, das so viel möglich macht, in Frage stellt, verändert: Beispiel Handy-Suche: Neulich habe ich mein Handy verlegt: Ich konnte über den App-Store eine Tracking App auf das Gerät pushen, diese via SMS installieren und dann über die Webseite des App-Anbieters mein Handy steuern und orten.

Wenn Sie nur einen Ratschlag an Gründer geben dürften – welcher wäre das?
Vernetzt euch und bleibt neugierig.