Mit einer von protoTYPE finanzierten Stiftungsdozentur gibt es an sieben deutschen Hochschulen im Sommersemester 2012 einen Anknüpfungspunkt für Studierende: Angeboten wird jeweils ein Blockseminar zum Thema „E-Publishing – Neue Vertriebswege im Zeitalter des Internets für die Verlagsbranche“. Julia Hubschmid und Kathrin Kremer, Studentinnen an der Johannes Gutenberg-Universität geben heute Eindrücke des Seminars mit Katja Splichal und Martin Fröhlich wieder.

Eindrücke vom Seminar: (z.B. Welche Hochschule/Studiengang, Welche Ideen wurden entwickelt? Was stand im Mittelpunkt der Diskussionen?)
Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Studiengang: Master Buchwissenschaft

Entwickelte Ideen: Bookworker.com, StudiExpert, Soundbooks, Mysician, Universitäres Fachbuchportal in Verbindung mit einem Portal für Dokumentenupload. Siehe auch die Zusammenfassung von Katja Splical.

In der Präsentation bzw. der Diskussion ging es vor allem um Geschäftsmodelle für elektronisches Publizieren sowie die Möglichkeiten, Herausforderungen und Bedingungen, die es bei der Verwirklichung einer eigenen Geschäftsidee in Form eines Start-up gibt.

An welchen Projekt bist Du beteiligt und warum braucht es diese Idee?
Wir sind am Projekt „Mysician“ beteiligt. Die Idee von Mysician ist es einerseits, Musikalienverlagen als Dienstleistung anzubieten, Noten und Partituren ins EPUB-Format zu überführen sowie mit zusätzlichen Funktionen anzureichern und andererseits, als eine zentrale Vertriebsplattform des digitalisierten Notenmaterials im Internet zu agieren.
Die technischen Möglichkeiten, Notensätze zu digitalisieren, gibt es zwar schon seit Längerem, doch hält sich ein Großteil der Musikalienverlage in diesem Bereich noch sehr zurück. Einen zentralen Vertriebsweg sucht man zudem derzeit im Internet vergebens.

Obwohl es doch auf der Hand liegt, bei der Aufbereitung von Noten die spezifischen Funktionen der mobilen Endgeräte – allen voran des iPads – zu nutzen, gibt es in diesem Bereich noch auffallend wenige Apps, die das technische Potential der Geräte auszunutzen wissen. In einem größeren Rahmen wäre es zum Beispiel daher auch denkbar, dass sich Mysician an der Entwicklung einer App beteiligt, die durch eine akustische Erkennung beim Spielen der Noten das automatische Umblättern der Notenblätter ermöglicht.

Wie siehst du die Buchbranche heute?
Die Buchbranche hat – wie auch die Musikbranche auf ihre Weise bis vor ungefähr 10 Jahren – zu lange damit gewartet, das Potential von Entwicklungen wie elektronischem Publizieren oder digitalen Vertriebswegen für sich zu nutzen und an ihnen zu wachsen. Umso wichtiger ist es daher für die Buchbranche, sich jetzt und in der Zukunft innovative und intelligente Modelle zu eigen zu machen, um auf dem Markt zu überleben.

Welche Entwicklungen der Branche sind für Dich zukunftweisend bzw. werden in den nächsten 10 Jahren den Markt verändern?

das iPad mit seinen vielfältigen Funktionen und Apps, enhanced E-Books, digitale Vertriebsplattformen mit Cloud-Technologie

Wo begegnen Dir in Deinem Alltag Innovationen?
Bezogen auf den Buchmarkt: In spezifischen Fachblogs, zum Beispiel dem Blog smart digits (www.smart-digits.com) oder dem Blog von PaperC (blog.paperc.de), in einschlägigen Buchbranchenzeitschriften wie dem Börsenblatt, buchreport oder BuchMarkt, durch Aktionen wie invite coupon codes

Was wünscht du Dir für die Branche und vom Börsenverein?
Wir wünschen uns mehr praxisbezogene Kurse an der Uni, also Angebote ähnlich dem von protoTYPE finanzierten Blockseminar „E-Publishing – Neue Vertriebswege im Zeitalter des Internets für die Verlagsbranche“ mit Katja Splichal und Martin Fröhlich von PaperC. Außerdem finden wir, dass Veranstaltungen wie das Buchcamp oder die Buchtage häufiger und regelmäßig stattfinden sollten, um eine Plattform für den Austausch zwischen Studenten und erfahrenen Profis zu schaffen.

Kennst Du Projekte, die protoTYPE ähnlich sind?
Für den Buchbereich gibt es unseres Erachtens keine mit protoTYPE vergleichbaren Projekte. Am ähnlichsten wären vielleicht Plan- oder Börsenspiele, die an der Uni jedoch vor allem in den BWL-Studiengängen angeboten werden.

Mehr Informationen zu der Stiftungsdozentur und den protoTYPE Seminaren an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz